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Kranichfotografie

Fotofreunde Elmshorn
Veröffentlicht von Ralf Westfalen in Tipp · 5 November 2019
Tags: kranichfotografietierfotozingst
Kranichbeobachtung / -fotografie
Im Sommer sieht man auch über Elmshorn ab und zu mal kleine Gruppen Kraniche übers Land ziehen. Man hört sie schon von weitem, am Flug und an ihrem Gekreische kann man sie gut erkennen. Kraniche werden bis zu 1,3 Metern groß und erreichen eine Spannweite von ungefähr 2m.
Sobald die Felder abgemäht sind, stehen sie dort und fressen Übriggebliebenes von der Ernte, ab und zu auch mal eine Maus oder anderes Kleingetier.



Kraniche sind monogam, sie bleiben ihr ganzes Leben zusammen. Sieht man sie auf Feldern stehen, oft mit ihrem Nachwuchs dabei, muss man sich schon sehr vorsichtig an sie heranpirschen, da sie sehr scheu sind. Eine lange Brennweite sollte schon vorhanden sein, mit etwas Glück und Geduld gelingen so auch mal ein paar Bilder. Ist man mit dem Auto unterwegs und hat die Möglichkeit anzuhalten, Fenster runter kurbeln und Foto schießen. Aussteigen bringt meist nichts, dann sind sie gleich weg.



Im Herbst, wenn die Felder abgemäht sind und die Nahrung knapp wird, ziehen die Kraniche von Skandinavien über Deutschland, Frankreich, Spanien bis nach Nordafrika. Manche überwintern auch schon in Frankreich, Spanien oder gar bei uns. Es gibt noch zwei weitere Routen über die die Vögel in den Süden ziehen, diese sind aber eher nebensächlich.
Tatsächlich sammeln sich die Kraniche auf ihrer Reise gen Süden in Mecklenburg Vorpommern, genauer in Zingst, auf der Vogelschutzinsel Kirr und in Pramort. Auf die Insel darf man aber nicht so ohne Weiteres, nach Pramort kann man schon zu bestimmten Zeiten, die Anzahl der Besucher ist aber stark limitiert. Kraniche schlafen stehend im Wasser, weshalb diese Orte besonders gut für sie geeignet sind, sie sind von Wasser nur so durchzogen.



Ich hatte mich für einen Fotoworkshop der Fotoschule Zingst entschlossen, dieser begann am Freitag um 15:00 Uhr mit einer Bootsfahrt auf die Vogelschutzinsel Kirr (Sondergenehmigung inkl.) und einer Rundfahrt im Bodden um die Insel. Der Besuch auf der Insel war zwar interessant, es gibt dort einen eingedeichten Bereich in dem auch 3 Ferienhäuser stehen, die gemietet werden können. Allerdings ist man dort sehr eingeschränkt, man kommt nur mit dem Elektroboot an Land und es gibt nichts auf der Insel. Kraniche bekommt man von dort auch nur aus der Ferne zu sehen, was mich ein wenig enttäuschte, da ich mich darauf freute endlich etwas dichter an die Tiere heran zu kommen.



Wir sind dann mit dem Boot weiter um die Insel gefahren, um die Vögel beim Anflug zu beobachten. Mit dem Sonnenuntergang hätte es beinahe nicht geklappt, es zog ein Gewitter heran. Trotzdem gab es aber ein paar sehr schöne Farbspiele und Lichtsituationen. Einigen ist es gelungen Blitze mit ihren Kameras einzufangen. Ich hatte mir vom Veranstalter extra ein Telezoom 150 – 600mm ausgeliehen, war zu meiner Überraschung in den Kursgebühren enthalten. Mit dem Zoomobjektiv, ich hatte extra mein altes stabiles Stativ mitgenommen auf dem schaukelnden Boot, es ist eng an Deck, ist es schon schwierig damit umzugehen. Also fotografierte ich aus freier Hand, die ISO musste ich bald von 3200 auf 6400 hochstellen, das geht gerade noch so mit meiner Kamera.



Vollformatige Kameras sind da eindeutig besser dran. Wir sind gerade noch trocken in den Zingster Hafen eingelaufen.
Am nächsten Morgen sollte es früh losgehen nach Pramort, wir verabredeten uns für 05:30 Uhr. Ich stellte meinen Wecker auf 04:45 Uhr ein. Als ich am nächsten Morgen durch ein Geräusch oder so aufwachte und zur Uhr blickte stand ich plötzlich senkrecht im Bett. Die Uhr zeigte 05:31 Uhr an! Durch irgendeine falsche Einstellung hat der Wecker nicht geklingelt. Ohne Frühstück, ohne Kaffee direkt in die Klamotten und los, zum Glück stand alles griffbereit. 10 min. später saß ich im Bus, der uns bis zum Naturschutzgebiet bringen sollte, von dort ging es mit dem Rad weiter nach Pramort, dort stehen zwei Beobachtungshütten. Es war noch sehr dunkel, man sollte ruhig mal üben, seine Kamera im Dunkeln einzustellen, auch das Objektiv bietet Möglichkeiten der Falschbedienung.



Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kraniche zu hören und dann auch zu sehen waren. In der Hütte konnte man gut mit dem Stativ arbeiten, da ich am Tag zuvor gelernt hatte, dass ein Kugelkopf von Vorteil ist, habe ich das Reisestativ mitgenommen, in Verbindung mit dem 600er ist es schon grenzwertig. Man muss aber eh auf möglichst kurze Verschlusszeiten achten, da sonst die Bewegungen der Vögel zu sehr verwischen.
Einige schöne Aufnahmen sind so im Kasten gelandet, an der Ausrüstung kann noch etwas gefeilt werden. Eine Frau war mit von der Partie, die hatte schon die neue Sony 7RIV mit entsprechenden Objektiven und eine Zweitkamera, dazu ein Stativ mit Gimbal, das ist sicherlich für solche Zwecke optimal. Jetzt bloß keinen Neid aufkommen lassen, man muss das ja auch alles mit schleppen.






Wir freuen uns
auf Ihren Besuch - gerne auch auf dem Stammtisch.
© by kermyfilm

Der nächste Stammtisch findet am 10.07.2020 um 19 Uhr mit geladenen Gästen statt

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